Das Portrait. Der schnelle Weg zu tollen Fotos.

Das Portrait. Der schnelle Weg zu tollen Fotos.

„Wie schaffst du so tolle Portraits, Thomas? Bei mir wird das nichts!“ Das habe ich in letzter Zeit recht oft gehört, daher hier eine kleine(schnelle) Hilfe für alle Hobby-Knipser(mit etwas Erfahrung)!Was braucht man also für DAS richtig tolle Bild?

  • Euer Motiv sollte gestochen scharf sein!
  • Der Hintergrund(Bokeh) sollte jedoch verschwommen(unscharf) sein, damit das Motiv besser hervorsticht!

Eines vorweggenommen – mit einer normalen „Schnappschuss-Kamera“ wird das trotz diverser Automatikeinstellungen nicht wirklich gelingen! Die Fotos könnten zwar „recht schön“ werden, mehr aber auch nicht. Den „WOW-Effekt“ wird man mit diesen Dingern wohl nicht schaffen. Sollte es mittlerweile doch schon solche Wunder-Geräte geben, mögen mir die Hersteller meine Unwissenheit verzeihen!

Ich selbst benutze eine Spiegelreflex-Kamera Canon EOS 5D Mark II mit wechselbarem Objektiv. Hier ist die Auswahl jedoch recht groß. Viele schwören auf ein 85mm Objektiv, andere auf leichte Tele’s oder sogar billige Kit-Objektive(die meist beim Kamera-Kauf inklusive sind).

Als nächstes sollte man zumindest die Grundregeln der Fotografie bzw. das Handbuch eurer Kamera kennen(und auch gelesen haben). Ich schreibe hier nämlich nur, mit welchen Einstellungen ICH meine Fotos mache.

Grundeinstellungen

Um alle gewünschten Kamera-Einstellungen selbst vornehmen zu können, muss das Rad (oder der Schalter) auf der M-Position stehen, also manueller Modus. Danach gehe ich ins Menü und kontrolliere bzw. korrigiere die Einstellungen. Dazu keine Tipps von mir, da fast jede Kamera anders zu bedienen ist! Hier ist euch natürlich das Handbuch sehr nützlich.

Meine Einstellungen bei normalem, hellem Tageslicht:

  • Lichtempfindlichkeit: meist auf ISO 100
  • Blende: 1,8 bis ca. 4,0
  • Belichtungszeit: ca 1/400
  • Weißabgleich auf Automatik
  • Spotmessung

Wichtiges Detail: Den Fokuspunkt richtig setzen!

Wenn man durch den Kamera-Sucher bzw. auf das Display schaut, sieht man Punkte. Durch Drücken der richtigen Taste, kann man den Punkt bestimmen, dessen Bereich am Schärfsten abgebildet werden soll.

Im Normalfall sollte man sich an den Augen orientieren. Bitte auch bedenken, dass zB bei f1,8(also Blende 1,8) die Schärfentiefe nur wenige Zentimeter beträgt. Alles davor und dahinter wird unscharf sein. Bei Blende 4,0 wird der Tiefenschärfebereich größer, dafür ist der Hintergrund nicht mehr optimal verschwommen! Kann aber auch ein Vorteil sein. Je nachdem, was gewünscht wird.

Kamera auf euer Motiv richten, durch den Sucher(oder auf das Display) schauen, Auslöseknopf leicht drücken und mit Hilfe des Punktes das „Ziel“ anvisieren. Hat der automatische Fokus eures Objektives scharf gestellt, den Knopf ganz durchdrücken. Dabei natürlich die Kamera nicht verwackeln. Eventuell kurz auf die Atmung verzichten!

 

Hier zwei Beispiele, wie es sein sollte!

Laura’s Augen richtig fokussiert. Der Hintergrund des Fotos hat ein tolles Bokeh! Schöne Unschärfe.

Melanie’s Augen ebenfalls richtig erwischt, Hintergrund Top! So sollte es sein.

Und wie es nicht sein sollte!

Der Gesamteindruck dieses Fotos ist optisch gut, aber hier habe ich mit allen Fokuspunkten probiert. Die Kamera-Automatik sucht sich in diesem Fall den zu fokussierenden Punkt selbst und das wird bei Nahbetrachtung(und Logik) wohl die vordere Schulter gewesen sein!

Daher bei Portraits immer darauf achten, dass man nichts dem Zufall(also der Kamera) überlassen sollte. Auch wenn es vielleicht leichter und natürlich bequemer ist.

Bei genauer Betrachtung sieht man, dass die Augen nicht scharf genug abgebildet werden. Für das Fotoalbum recht nett, mehr aber leider nicht!

Um noch wichtige Details/Kontraste aus einem Foto hervorheben zu können, fotografiere ich immer im RAW-Format. Ältere Kameras machen das ausschließlich in jpeg(normale und wohl häufigste Fotodatei). RAW-Fotos lassen sich in diversen Bildbearbeitungsprogrammen sehr toll bearbeiten und verändern, wenngleich ich von Veränderungen am Motiv, also an der Person,  nicht viel halte.

Zum Abschluss

Meine Kurzfassung sollte nur ein kleiner Wegweiser sein, wie es bei Euch funktionieren könnte und kann das Original-Handbuch und fundiertes Fachwissen nicht ersetzen.

Ich habe hier auch nur meine Erfahrungswerte beschrieben und das natürlich nur in den wichtigsten Details. Wahrscheinlich mein wichtigster Tipp an Euch: Seeeehr viel üben. „Gut Licht“

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